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Azure – Potentiale des Cloud-Computings – Ein Interview mit Sascha Dittmann

Liebe brainymotion-Freunde,  

das Thema Cloud Computing ist in aller Munde und gerade Lösungen wie Azure sind gefragter denn je. Aus Erfahrung wissen wir, dass dennoch viele Unternehmen Bedenken oder Zweifel haben, was den Einsatz angeht. Wir wollen diesen Bedenken auf die Spur kommen und haben uns daher mit unserem Experten für Cloud-Computing Sascha Dittmann (Trainer & Data Solution Architect) unterhalten.   

brainymotion: Beginnen wir vorne – Was ist eigentlich Azure? 

Sascha Dittmann: Im Großen und Ganzen geht es bei Cloud-Computing darum, IT-Ressourcen On-Demand zu bekommen. Das kann alles Mögliche sein, von einer virtuellen Maschine, über eine Festplatte bis hin zu einer simplen Datenbank. Azure ist dabei die Cloud-Computing-Lösung von Microsoft. Der Vorteil liegt darin, dass ich diese IT-Ressourcen dann benutze, wenn ich sie brauche, und wegschmeiße, wenn ich fertig bin. Dabei zahle ich nur das, was ich wirklich in Anspruch genommen habe. Zusätzlich habe ich keine Verzögerung aufgrund von etwaigen Lieferzeiten. Ich bestelle und bekomme sofort. 

Ist das auch gleichzeitig das schlagende Argument für Azure?  

Richtig, es geht um die hohe Flexibilität, die ich mir damit einkaufe. Es gibt schwarze Schafe, die derartige Services dann innerhalb eines 24-Monats-Vertrags anbieten. Das ist definitiv kein Cloud-Computing. Es ist wirklich diese Flexibilität, dieses Baukastensystem, mit dem ich mir nach Bedarf meine Lösungen zusammenbaue. Deswegen können in der Regel aber auch nur Administratoren und Softwareentwickler etwas mit dieser Lösung anfangen. Endanwender haben hier nur bedingt Nutzen. 

Kannst du darauf noch einmal näher eingehen? Warum ist das so?  

Klar. Ganzheitlich gesprochen teilt man die neuen Modelle, wie IT betrieben wird – je nachdem, wie man es definiert – in drei bis vier Schichtenmodelle auf. Ganz unten steht Infrastructure as a Service (IaaS). Hier geht es, wie der Name schon sagt, um reine Infrastruktur, also um Netzwerkkarten, Festplatten oder auch virtuelle Maschinen, die ich, On-Demand, bereitgestellt bekomme.  

Obendrauf steht Plattform as a Service (PaaS). Das ist das Baukastensystem für Softwareentwickler. Innerhalb von PaaS denkt man weniger in Maschinengrenzen, sondern eher in Dienstleistungen. Beispielsweise: „Ich brauch mal schnell eine relationale Datenbank vom Typ SQL Server“. Azure ist also wie ein bunter Blumenstrauß aus mittlerweile über 100 verschiedenen Diensten.  

Darüber hinaus gibt es die Lösung für Endanwender. Bei Software as a Service (SaaS) geht es dann in die Richtung Office 365, SharePoint oder Exchange Server. Hier besteht der elementare Vorteil darin, dass sich die Nutzer nicht mehr mit der Infrastruktur dahinter auseinandersetzen müssen, sondern sich einfach über entsprechende Oberflächen ihre jeweilige Infrastruktur bereitstellen lassen können.  

Zudem gibt es je nach Definition, wie anfangs angesprochen, noch x as a Service Schichten obendrauf. Im Endeffekt geht es um den Service-Gedanken als solchen und der ist beim besten Willen nicht neu. Service Oriented Architecture gibt es schon seit etlichen Jahren. Es hat nur keiner wirklich gelebt. 

Neben Themen wie künstlicher Intelligenz setzt Microsoft den Fokus in 2019 ganz klar auf Azure. Gleichzeitig haben viele Unternehmen die Cloud noch gar nicht auf dem Schirm. Warum glaubst du, ist das der Fall?

Bevor ich zu der Antwort komme, würde ich gerne noch eine für mich sehr wichtige Unterscheidung machen: Cloud und Cloud-Computing sind zwei sehr verschiedene Dinge. Die Cloud ist mittlerweile, nicht zuletzt, weil der Begriff von etlichen Marketing-Abteilungen missbraucht wurde, zum Synonym für das Internet geworden. Ja, wir sind in der Cloud. Sind wir das nicht alle? Das waren wir praktisch schon 1990, als das Internet geboren wurde. Cloud-Computing hingegen ist einfach die Elastizität, dieser flexible Baukasten, in den ich reingreife und mir nur das herausnehme, was ich wirklich brauche und dazu gehört auch Azure.

Warum viele Unternehmen Cloud-Computing noch nicht für sich nutzen? Angst und Prioritäten, sprich, das kostet Geld und Aufwand. Viele fragen sich „Wo liegt hier der Mehrwert?“. Diese Frage kann ich auch nachvollziehen. Ich bin seit 1999 offiziell Softwareentwickler und habe früh lernen müssen, dass, nur, weil etwas sinnvoll ist, es nicht immer auch gemacht werden kann, weil oft weder Budget noch Zeit da ist. Gerade wenn ich Kosten vergleiche, bin ich bei PaaS definitiv günstiger. Beim klassischen IaaS hingegen bin ich der Regel gleichteuer oder sogar teurer als ein klassischer Host. Der Mehrwert liegt nicht darin, einen ursprünglich lokalen Server in die Cloud zu schieben und ihn dort auch 24/7 laufen zu lassen. Es geht vielmehr um Folgendes: Wenn vom lokalen Server nur die gefühlten 10% in Anspruch genommen werden, warum dann nicht auf PaaS setzen und von Shared Infrastructure profitieren?

Gerade bei dem Punkt Shared Infrastructure ist die Sicherheit von Unternehmensdaten sicherlich auch ein großer Aspekt, oder?

Ja, aber es ist ja auch nicht so, dass der SQL-Server jedem gehört und dort jeder seine Datenbanken ablegt. Es ist schon mein eigener SQL-Server und meine eigene SQL-Datenbank, lediglich die Infrastruktur darunter wird geteilt. Das ist ja der Punkt, der Kosten spart. Das Thema Sicherheit ist oftmals auch sehr emotionsbehaftet. In Azure lässt sich allerdings eine sehr hohe technische Sicherheit gewährleisten, sodass es auch Unternehmen gibt, die dort sehr sensible Daten, wie beispielsweise Patientendaten oder Daten von Rechtsanwälten, ablegen.

Vorsichtig gesprochen, darf man hier auch darüber nachdenken, ob die Rechenzentren, gerade in kleineren Unternehmen, den gleichen Sicherheitsbestimmungen und -anforderungen unterliegen wie beispielsweise Azure. Ein Beispiel der Sicherheitsvorkehrungen innerhalb von Azure ist die Analyse des Nutzerverhaltens und damit die Suche nach Hackern. Stellt das System Anomalien fest, so wird der Kunde mit einer automatischen Nachricht gewarnt. Gleichzeitig wird das System aber auch intern geschützt. So können diejenigen nicht physisch an die Server, die sich einloggen dürfen, und andersrum.

Hast du noch einen Tipp zum Schluss?

Ich hatte es ja schon ein paar Mal angedeutet: Man sollte seine existierende Anwendung nicht blind in die Cloud migrieren, sondern die neuen Möglichkeiten, die die Cloud bietet, mit einfließen lassen. Ich bin der Überzeugung, dass noch zu Viele in der klassischen Infrastruktur-Schiene denken und zu wenig in Richtung PaaS. Denn nur hier kann Cloud-Computing wirklich zeigen, was es für Potenziale hat.

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